| Entführter pakistanischer Botschafter in Afghanistan frei |
|
|
| Sunday, 18 May 2008 | |
|
17. Mai 2008 - Islamabad (AFP) — Nach über drei Monaten in der Hand mutmaßlicher Islamisten ist der pakistanische Botschafter in Afghanistan wieder frei. Tariq Azizuddin wurde im nordwestlichen Stammesgebiet Pakistans von einer örtlichen Taliban-Gruppe an die Behörden übergeben, wie ein hochrangiger Sicherheitsoffizier in Islamabad der bestätigte. "Wir haben ihn zurück, er ist bei uns und in Sicherheit", sagte ein Außenamtssprecher in Islamabad. Aus Talibankreisen verlautete, zwölf islamische Extremisten seien im Tausch aus pakistanischen Gefängnissen entlassen worden. Die Regierung äußerte sich zu diesen Angaben nicht.
Auch der Fahrer und der Leibwächter Azizuddins seien wohlbehalten zurückgekehrt, sagte der Sprecher des Außenministeriums in Islamabad. Der Diplomat war am 11. Februar auf dem Weg ins westliche Nachbarland Afghanistan in der Stammesregion verschleppt worden. Dieses Grenzgebiet zu Afghanistan entzieht sich weitgehend der Kontrolle pakistanischer Behörden und Sicherheitskräfte. Es dient als Unterschlupf für islamistische Kämpfer, die den radikalislamischen Taliban-Rebellen und dem Terrornetzwerk El Kaida nahestehen. Ebenfalls am 11. Februar hatten pakistanische Ermittler den afghanischen Taliban-Kommandeur Mullah Mansur Dadullah in der südwestlichen Provinz Baluchistan gefangengenommen. Mitte April verbreitete der arabische Nachrichtensender El Arabija ein Video des entführten Botschafters, auf dem dieser die Regierung in Islamabad aufforderte, alles ihr Mögliche zu tun, "um den Forderungen der Taliban nachzukommen, um unsere Freilassung zu ermöglichen." Im Hintergrund waren bewaffnete Männer zu sehen. Angehörige des Diplomaten zeigten sich am Samstag erleichert. "Wir sind durch die Hölle gegangen und jetzt warten wir nur darauf, ihn wieder bei uns zu haben", sagte ein Verwandter Azizuddins der Nachrichtenagentur AFP. Die Freilassung des Botschafters kommt zu einem Zeitpunkt, da die neue pakistanische Regierung die Konflikte mit den radikalen Islamisten durch eine neue Strategie zu lösen versucht. Im April ließ die Koalitionsregierung unter Yousaf Raza Gillani rund 30 Stammesangehörige aus verschiedenen Gefängnissen frei, im Gegenzug kamen 55 von Taliban-Sympathisanten verschleppte Soldaten frei. |
| < zurück | weiter > |
|---|


