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Tausende in London gegen Bush: »Raus aus Irak und Afghanistan!« Drucken E-Mail
Mittwoch, 18 Juni 2008
17.06.2008 - London. Auf der vorletzten von insgesamt sieben Stationen der als »Abschiedstour« geltenden Europareise von US-Präsident George W. Bush kam es erstmals zu massiven Straßenprotesten. »Bush – Terrorist«, »Raus aus Irak und Afghanistan«, lauteten die Hauptlosungen am Sonntag abend in London. Dort versuchten Tausende Demonstranten, Premier Gordon Brown und seinem Gast auch persönlich ihre Meinung deutlich zu machen. Letztlich verhinderte lediglich massive Polizeigewalt (Foto) eine Konfrontation der Friedensaktivisten mit den Kriegstreibern. Letztere dinierten nebst Gattinnen gerade wenige hundert Meter entfernt in Downing Street 10, als 25 Demonstranten von Polizisten abtransportiert wurden.
In einem Interview mit dem Sender Sky News verteidigte Bush seine verheerende Aggressionsspolitik nach gewohnt schlichtem Muster. »Wenn irgend jemand im Krieg stirbt, dann lastet das selbstverständlich auf meinem Gewissen. Auf der anderen Seite war es das Richtige, Saddam Hussein loszuwerden.« Bush wies zudem darauf hin, daß es keine Meinungsverschiedenheiten zwischen den USA und Großbritannien gebe, was die Besatzung im Zweistromland betrifft: »Ich habe absolut kein Problem damit, wie Gordon Brown die Dinge im Irak angeht.«
Auch das Thema Iran wurde behandelt, und Brown kündigte nach dem Gespräch an, daß Großbritannien weiter an der Sanktionsschraube drehen werden. Nunmehr werde das Guthaben der größten iranischen Bank »eingefroren« werden, kündigte der Premier als Maßnahme an, die Teheran »von seinem Atomprogramm abbringen« solle. Bushs voraussichtlich letzte Europareise als Präsident der USA, die ihn auch nach Slowenien, Deutschland, Italien, in die Vatikanstadt und nach Frankreich führte, endete am Montag im nordirischen Belfast. (AFP/AP/jW)
 
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