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Afghanistan: Kampfhandlungen fordern immer mehr Opfer - UNO Drucken E-Mail
Friday, 11 July 2008
UNO/NEW YORK, 10. Juli (RIA Novosti). Die Zahl der Opfer unter der Zivilbevölkerung in Afghanistan ist im Zusammenhang mit der Aktivierung der Kampfhandlungen in den vergangenen Monaten drastisch angestiegen. Die Situation im humanitären Bereich und auf dem Gebiet der Sicherheit verschlechtert sich weiter.

Das sagte der stellvertretende UN-Generalsekretär für humanitäre Fragen, John Holmes, am Mittwoch in einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates zu Afghanistan.

"Der Konflikt übt einen wachsenden Druck auf die Zivilbevölkerung aus. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres verzeichnete die UN-Mission für die Unterstützung Afghanistans 698 tote Zivilisten, wobei im Vergleichszeitraum des Vorjahres 430 Menschen ums Leben gekommen waren.

Seit dem Zeitpunkt der Intensivierung der Kampfhandlungen ist die Gesamtzahl der Opfer des Konfliktes (einschließlich an den Kampfhandlungen Beteiligter) gewachsen. Die jüngsten Meldungen über die Opfer unter der Zivilbevölkerung nach den Luft- und Raketenangriffen vom Ende der vergangenen Woche verstärken diese Besorgnis nur", sagte Holmes.

Am vergangenen Sonntag hatte die Luftwaffe der Nato versehentlich einen Brautzug in der afghanischen Provinz Nangarhar angegriffen. Am Samstag kamen bei einem Luftangriff der Nato drei Zivilisten in der Provinz Ghazni ums Leben. Am Donnerstag wurden bei einem weiteren Luftangriff in der Provinz Bamiyan 22 Zivilisten getötet und weitere acht verletzt.

Holmes betonte, dass im vergangenen Jahr bei Kampfhandlungen 75 Kinder gestorben, 111 verletzt und 228 Schulen beschädigt worden seien.

Seit Beginn des Jahres seien bereits 83 Schulen angegriffen worden, so Holmes.

Ernsthafte Probleme hätten auch die am Hindukusch arbeitenden Hilfsorganisationen. Dem UN-Koordinator zufolge wurden im Mai dieses Jahres die meisten Angriffe auf Büros und Mitarbeiter solcher internationaler Organisationen seit dem Sturz der talibanischen Regierung im Jahr 2001 registriert.

Sieben Mitarbeiter wurden dabei getötet und 88 entführt, sagte Holmes.

Die humanitäre Situation verschlechtert sich ihm zufolge aufgrund des Anstiegs der Lebensmittelpreise.

Zusätzliche Probleme würde der Strom der zurückkehrenden Flüchtlinge mit sich bringen.

Laut einer Einschätzung der Uno sind seit 2002 etwa 4,8 Millionen Flüchtlinge (was ein Sechstel der Landesbevölkerung ausmacht) nach Afghanistan zurückgekehrt.

Wie es heißt, sind allein seit Jahresbeginn 140 000 Menschen in ihre Heimat zurückgekehrt.

 
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