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Neun afghanische Polizisten bei ISAF-Angriff getötet Drucken E-Mail
Tuesday, 22 July 2008
20.07.08 Herat (AFP) — In Afghanistan haben erneut Soldaten der internationalen Schutztruppe (ISAF) irrtümlich einheimische Sicherheitskräfte und Zivilisten getötet. Neun afghanische Polizisten starben in der Nacht zum Sonntag bei einem ISAF-Luftangriff im Südwesten des Landes, fünf weitere wurden verletzt. Polizei und Soldaten hatten sich gegenseitig für Taliban gehalten und angegriffen, wie ein ranghoher Beamter der Provinz Farah mitteilte. In der Provinz Paktika im Osten Afghanistans waren am Samstag vier Zivilisten getötet worden, als zwei Mörsergranaten der ISAF weit von ihrem eigentlich Ziel einschlugen.

In Farah griff nach Angaben der Provinzregierung die Polizei zunächst die ISAF-Soldaten an, die sie für Aufständische hielten. Demnach waren die Soldaten in den Bezirk Anar Dara eingedrungen, ohne die Sicherheitskräfte zu informieren. Die von den Polizisten attackierten Soldaten hätten daraufhin Unterstützung aus der Luft gerufen und die ISAF habe die Polizeiwache in der Annahme bombardiert, es handele sich bei ihren Gegnern um Taliban. Dabei seien die neun Polizisten getötet und fünf weitere verletzt worden. Unter den Verletzten sei auch der Polizeichef von Anar Dara.

Die ISAF bestätigte einen Einsatz ihrer Truppen in der Region unter US-Führung und erklärte, sie prüfe die Berichte derzeit noch. Ein Sprecher von Präsident Hamid Karsai bezeichnete das "friendly fire" als "Missverständnis". Es gab bereits mehrere solcher tödlichen Fälle in Afghanistan, in dem Verbündete einander irrtümlich bekämpften. Den Sicherheitskräften wird vorgeworfen, ihre Einsätze nicht gut zu koordinieren, so dass es zu den Verwechslungen kommen konnte.

Bereits am Samstag wurden nach Angaben der ISAF mindestens vier Zivilisten durch Mörsergranaten im Osten des Landes getötet. Eine ISAF-Einheit habe am Abend in der Unruheprovinz Paktika nahe der Grenze zu Pakistan zwei Mörsergranaten abgefeuert, die fast einen Kilometer von ihrem eigentlichen Ziel entfernt eingeschlagen seien, teilte die ISAF mit. Zudem seien vier Zivilisten verletzt worden und würden von der ISAF behandelt. Die ISAF bedaure den Vorfall sehr. Auch Zivilisten sind in der Vergangenheit bereits mehrfach Opfer von Angriffen der internationalen Truppen in Afghanistan geworden.

 
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