| Protest gegen die Irakisierung Afghanistans |
|
|
| Tuesday, 22 July 2008 | |
|
Friedensbewegung gegen AWACS und Truppenaufstockung Pressemitteilung des Bundesausschusses Friedensratschlag - AWACS zur Aufklärung nach Afghanistan? Kassel, 15. Juli 2008 - Zu den in den letzten Tagen sich häufenden Berichten über eine weitere militärischen Stärkung der Besatzungstruppen in Afghanistan erklärte ein Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag in Kassel:
Willigen ist, scheint Afghanistan für die NATO werden zu wollen: Ein Schlachtfeld, aus dem es auf Jahre hinaus kein Entrinnen mehr gibt.
von AWACS-Flugzeugen erwogen wird. Die Soldaten der AWACS-Aufklärungsflugzeuge mit deutschen Besatzungen stehen offenbar auf der Wunschliste der NATO-Einsatzkräfte im Kampf gegen die Taliban ganz oben. AWACS-Aufklärungsflugzeuge dienen der Luftraumüberwachung. Der gesamte Luftverkehr, von Transportflugzeugen und -hubschraubern bis zu Kampfbombern, könnte koordiniert und geleitet werden. Dies schließt Zielangaben für die Bombardierung von Bodenzielen ausdrücklich ein.
New York Times vom 14. Juli angekündigt, er wolle "mindestens zwei Kampfbrigaden" (rund 10.000 Soldaten) zusätzlich nach Afghanistan schicken. Damit würde das US-Kontingent in Afghanistan von derzeit 33.000 auf 43.000 steigen; die Gesamtzahl der in Afghanistan stationierten Besatzungstruppen würde sich auf knapp 80.000 erhöhen.
Frankreich und Deutschland bereiterklärt, ihre Truppenpräsenz ebenfalls zu erhöhen: Frankreich um 700, Deutschland um 1.000 Soldaten. Großbritannien beteiligt sich bereits an einer Aufstockung seiner Truppen im Zuge ihres parallelen Abzugs aus dem Südirak. Und es wurde deutlich, dass der militärische "Sieg" in Afghanistan zur Schicksalsfrage des Militärbündnisses hochstilisiert wurde.
Herbst vorbereitet, ist entsetzt über die forcierten Kriegsplanungen der NATO und des deutschen Verteidigungsministeriums. Weder werden die Lehren aus der desaströsen Lage im Irak gezogen, wo der US-Krieg das ganze Land in ein Schlachtfeld verwandelt hat, noch wird die historische Lehre aus dem Scheitern der sowjetischen Streitkräfte zwischen 1979 und 1989 gezogen, als eine wesentlich größere Armee mit dem afghanischen Widerstand nicht fertig werden konnte. Alle Experten und Kenner Afghanistans sind sich darin einig, dass dieses Land militärisch nicht zu besiegen ist. Die Erfahrung des bisherigen Krieges spricht eine deutliche Sprache: Jeder Aufstockung der Besatzungstruppen folgte eine Verstärkung des Widerstands und der Anschläge.
Krieges nachhaltig verweigert. Erfolge des "Wideraufbaus" werden schöngeredet, die sich verschärfende Gesamtlage Afghanistans geflissentlich ausgeblendet. Mit dem beabsichtigten AWACS-Einsatz, der auch die angrenzenden Gebiete Irans (!) und Pakistans unter Beobachtung stellt, und der Truppenerhöhung versinkt die NATO und mit ihr die Bundeswehr immer tiefer im Sumpf eines nicht enden wollenden und aussichtslosen Krieges. Die westliche Führungsmacht und ihre Alliierten verfahren in Irak heute schon nach dem Prinzip der "verbrannten Erde". Wichtig ist allein, dass die USA sich die Kontrolle über das Öl sichern. Dem ökonomischen und geostrategischen Nutzen sollen auch die militärischen Aktionen in Afghanistan dienen. Den Preis für die Irakisierung Afghanistans zahlen zuerst die dort lebenden und sterbenden Menschen. In zweiter Linie werden auch wir einen hohen Preis zahlen müssen. Für die Bundeswehr kann Afghanistan das "deutsche Vietnam" werden.
stehende tun, um gemeinsam mit der gesamten Friedensbewegung und anderen sozialen und politischen Kräften die Bundesregierung zu einer politischen Wende in der Kriegspolitik zu zwingen. Statt Ausweitung des Krieges kann es nur heißen: Truppen raus aus Afghanistan! Das erst schafft Möglichkeiten zu einer zivilen Entwicklung im Land, die dann auch auf unsere wirkungsvolle zivile Hilfe rechnen kann. Am 20. September wird es dazu eine bundesweite Demonstration (in Berlin und Stuttgart) geben.
Peter Strutynski (Sprecher)
Tel. 0561/804-2314; mobil: 0160 976 28 972
Besuchen Sie die friedenspolitische Website der AG Friedensforschung der Uni Kassel mit umfassenden Berichten und Analysen zu allen Konfliktgebieten der Welt, u.a. dem Afghanistan-Dossier: http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/Afghanistan/Welcome.html |
| < zurück | weiter > |
|---|


