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Bundeswehr will angeblich Kampfdrohnen für Afghanistan Drucken E-Mail
Tuesday, 05 August 2008

US-Regierungsbehörde legt Zusammenhang mit Ausweitung des „War on Terror“ nahe

05.08.2008 - Knapp einem Monat, nachdem die Bundeswehr mit der Schnellen Eingreiftruppe in Afghanistan erstmals einen Kampfverband stellt, könnte eine weitere Ausdehnung des Kriegseinsatzes drohen. Angeblich erkundet sich die Bundesregierung über den Kauf von fünf Kampfdrohnen und vier kompatiblen, mobilen Bodenkontrollzentren. Vorgesehen sind die Waffen demnach für den Einsatz am Hindukusch.
 

Dies geht aus einer Pressemitteilung der US-Behörde DSCA (Defense Security Cooperation Agency) vom 1. August hervor, welche den potentiellen Erwerb der Militärflugzeuge vom Typ „MQ 9 Reaper“ (Predator B) dem US-Kongress meldete. Demnach beinhaltet das Geschäft einen einjährigem Wartungsservice und hat einen Gesamtwert von 205 Millionen Dollar. Zwar geht aus der Pressemeldung de Verwendungszort nicht unmittelbar hervor, jedoch wird auf den laufenden Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan in diesem Zusammenhang Bezug genommen.

In Berlin will man vom angeblichen eigenen Interesse bislang nichts wissen. Das Bundesverteidigungsministerium dementierte die Angaben der US-Behörde. "Es gibt keine Planungen zur Beschaffung einer Kampfdrohne für die Bundeswehr", sagte ein Sprecher gegenüber AFP.

Zwar lässt sich das Dementi aus dem Bendlerblock gegenwärtig nicht widerlegen – jedoch ist ebenso unwahrscheinlich, dass die US-Behörde in einer Information für den Kongreß Lügen verbreitet. Dem Dokument zu Folge stellt die schriftliche Benachrichtigung an den US-Kongress noch keinen abgeschlossenen Kaufvertrag dar, dennoch ist in dem Dokument eindeutig von einer Kaufanfrage die Rede. Weiter heißt es, dass Deutschland als „politische und ökonomische Großmacht in der NATO“ und „bedeutender demokratischer Partner der USA“ die Rüstungsmaterialien anfordere, „um die Verteidigung deutscher Truppen sowie regionale und weltweite Sicherheit zu garantieren“.

Der potentielle Erwerb der Drohnen würde auch von US-Seite begrüßt werden. „Das Programm wird Deutschlands Fähigkeiten verbessern, zu zukünftigen NATO-, Koalitions- und Anti-Terror-Operationen der USA beizutragen“, heißt es in der Pressemitteilung.

Würde es tatsächlich zum Kaufabschluss kommen, würde Deutschland „als überzeugter Unterstützer des globalen ‚War on Terror’“ die unbemannten Fluggeräte (UAV) höchstwahrscheinlich zum Einsatz in Afghanistan nutzen, wo zurzeit über 3000 deutsche Soldaten stationiert sind.

Die US Air Force macht bereits seit 2007 von dieser Art Drohnen in Afghanistan Gebrauch. Dabei können die „MQ 9 Reapers“ laut Hersteller „General Atomics Aeronautical Systems“ mit Sitz in Kalifornien sowohl als militärische Erkundungs-, Aufklärungs- als auch Kampfflugzeug eingesetzt werden.

Die Anzeichen sprechen langsam aber sicher immer mehr für einen eventuellen Kampfeinsatz deutscher Truppen in Afghanistan, der über die öffentlich proklamierte „Aufbauarbeit“ hinausgehen würde, vor allem wenn der Druck der USA und innerhalb der NATO auf Deutschland größer wird.

Quelle: www.berlinerumschau.com 

 
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