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Bundeswehr hebt Waffenversteck in Afghanistan aus Drucken E-Mail
Tuesday, 05 August 2008
02.08.2008 - Kabul/London/Berlin (dpa) - Die Bundeswehr hat nach einem «Spiegel»-Bericht ein umfangreiches Waffenversteck in Afghanistan ausgehoben.

In dem Depot rund 120 Kilometer westlich vom Bundeswehr-Feldlager Masar-i-Scharif hätten 1100 Mörsergranaten, Treibladungen und Zündmittel gelagert, schreibt das Magazin unter Berufung auf Offiziere. 400 Granaten seien bei der Aktion Mitte Juli an Ort und Stelle gesprengt worden. Beteiligt war demnach auch das Bundeswehr- Elite-Kommando Spezialkräfte (KSK). Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam bestätigte am Samstag lediglich, dass ein Waffenlager ausgehoben wurde.

Bei einem Anschlag auf eine Hochzeitsgesellschaft in der südlich gelegenen Provinz Kandahar wurden am Samstag die Braut, der Bräutigam und acht weitere Menschen getötet, darunter auch Kinder. Sechs Menschen wurden verletzt, als eine Bombe den Bus mit den Feiernden zerstörte, wie die Polizei mitteilte. Im Westen des Landes in Zaranj riss am Freitag ein Selbstmordattentäter drei Menschen, darunter ein Kind, mit in den Tod, als er laut Polizei einen Sprengstoffgürtel zündete. Fünf andere wurden verletzt.

Das britische Militär hat offenbar Beweise, dass in Afghanistan auch Briten an der Seite von islamischen Extremisten gegen ihre Landsleute kämpfen. Im Gegenzug erhielten sie in Afghanistan und in Pakistan Unterstützung bei der Vorbereitung von Terroranschlägen in Großbritannien, sagte der frühere Oberkommandierende der britischen Streitkräfte, Ed Butler, der Zeitung «Daily Telegraph».

Das Militär verfüge über Beweise dafür, dass britische Muslime die Taliban-Extremisten und auch die Terrororganisation El Kaida im Süden Afghanistans aktiv bei Angriffen auf Koalitionstruppen unterstützen, sagte Butler. «In Orten wie Kandahar stößt man auf Leute, die britische Pässe haben und im Vereinigten Königreich wohnen.»

Ein Talibansprecher sagte, der Anschlag in Zaranj habe sich gegen einen örtlichen Geheimdienstchef gerichtet. Auch Sicherheitsleute seien dabei getötet worden. Die Sicherheitsbehörden wiesen diese Darstellung zurück. Die Dachorganisation von rund 100 internationalen und einheimischen Hilfsorganisationen in Afghanistan ACBAR hatte am Freitag die Konfliktparteien zu mehr Vorsicht aufgerufen, nachdem im Juli so viele Zivilisten getötet wurden wie in keinem anderen Monat seit dem Sturz der radikalislamischen Taliban Ende 2001.

Das Innenministerium in Kabul berichtete, dass in der südöstlichen Provinz Paktika drei Talibankämpfer getötet wurden, als eine Bombe, die sie am Straßenrand verstecken wollten, vorzeitig explodierte.

Zudem wurde im Osten des Landes am Freitag der Verwaltungschef des Marori-Distriktes in der Provinz Kunar entführt. Die Taliban bekannten sich zu der Tat. Der Provinzgouverneur bestätigte am Samstag, dass der Mann verschwunden sei. Er konnte aber nicht sagen, ob die Taliban die Tat begangen haben oder ob Stammesstreitigkeiten der Auslöser waren.

 
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