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Neun Tote bei Anschlag auf US-Militärbasis in Afghanistan Drucken E-Mail
Monday, 18 August 2008
18.08.2008 - Kabul (AFP) — Mindestens neun Zivilisten sind in Afghanistan bei einem Selbstmordanschlag auf einen US-Armeestützpunkt in der östlichen Provinz Chost getötet worden. 13 weitere Menschen wurden bei dem Attentat mit einem mit Sprengstoff beladenen Fahrzeug verletzt, wie die US-geführten internationalen Truppen mitteilten.

In der Hauptstadt Kabul sind die Sicherheitskräfte zum heutigen afghanischen Unabhängigkeitstag in erhöhter Alarmbereitschaft. Rund 7000 afghanische Polizisten begannen in Kabul mit einer großangelegten Sicherheitsoffensive.

Der Selbstmordanschlag auf den US-Armeestützpunkt in Chost wurde mit einem mit Sprengstoff beladenen Fahrzeug verübt. 13 Menschen wurden bei dem Attentat verletzt, wie die US-geführten internationalen Truppen mitteilten. Das Innere der Militärbasis blieb den Angaben zufolge unversehrt. Auch verhinderten afghanische Sicherheitskräfte nach Militärangaben die Detonation eines zweiten Fahrzeugs.

Eine geplante öffentliche Ansprache von Präsident Hamid Karsai im Stadion in der Haupstadt Kabul aus Anlass des Unabhängigkeitstages wurde aus Sicherheitsgründen abgesagt. Stattdessen sollte eine kleinere Feier später am Tag stattfinden. Die Polizei errichtete überall im Stadtzentrum Kontrollposten. Die Afghanen gedenken heute dem 89. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit von Großbritannien. Bei einer großen Parade in Kabul am 27. April hatten Aufständische das Feuer auf die Ehrentribüne eröffnet, wo zahlreiche Regierungsmitglieder, Diplomaten und auch Staatschef Karsai saßen.

Bei der Sicherheitsoffensive in Kabul handele es sich um den umfassendsten Einsatz in der afghanischen Hauptstadt seit dem Sturz der Taliban, teilte das Innenministerium mit. Die Polizisten, zu denen sowohl Anti-Terror-Einheiten als auch Spezialisten für die Drogen- und Kriminalitätsbekämpfung zählen, sollen Durchsuchungen vornehmen und Patrouillengänge machen. "Ziel dieses Einsatzes ist es, bestimmte Gegenden von Kabul aufzuräumen", hieß es in der Ministeriumserklärung weiter.

Britische Soldaten der NATO-geführten Schutztruppe (ISAF) töteten irrtümlich vier Zivilisten. Drei weitere Zivilisten, darunter zwei Kinder, seien bei einem Angriff auf eine Hochburg der radikalislamischen Taliban in der Provinz Helmand im Süden des Landes verletzt worden, teilte die ISAF mit. Das britische Verteidigungsministerium kündigte eine Untersuchung des Vorfalls an.

Rund 300 Kilometer südwestlich von Kabul nahe der Stadt Kalat töteten afghanische Sicherheitskräfte mindestens 28 Aufständische. Die den Taliban nahestehenden Kämpfer hatten nach Angaben des Verteidigungsministeriums zuvor einen Versorgungskonvoi angegriffen.

 
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