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Kämpfe in Afghanistan: Unabhängigkeitsfeier verlegt Drucken E-Mail
Monday, 18 August 2008
17. August 2008 - Kabul (Reuters) - Nach der jüngsten Zunahme der Gewalt hat Afghanistan seine für Montag geplante Unabhängigkeitsfeier an einen unbekannten Ort verlegt.

Sie werde nicht mehr öffentlich sein wie noch in den vergangenen Jahren, teilte das Verteidigungsministerium am Sonntag mit. Der Verkehr und die Bewegungsfreiheit der Menschen sollten nicht gestört werden, hieß es zur Begründung. Allerdings überlebte Bildungsminister Hanif Atmar staatlichen Zeitungen zufolge einen Bombenanschlag auf seinen Fahrzeugkonvoi in Kabul am Samstag nur knapp. Und auch Präsident Hamid Karsai war im April nur knapp einem Anschlag der islamistischen Taliban während einer Militärparade entgangen. Bei Kämpfen in den vergangenen Tagen wurden nach offiziellen Angaben rund 130 Extremisten getötet.

Vor allem im Süden des Landes loderte die Gewalt wieder auf. Dem US-Militär zufolge brachen dort am Mittwoch schwere Gefechte aus, die auch am Wochenende noch andauerten. Dabei töteten afghanische Sicherheitskräfte und US-geführte Truppen nach eigenen Angaben mehr als 90 Rebellen. Auslöser war ein Angriff auf eine gemeinsame Patrouille ausländischer und afghanischer Soldaten gewesen. In der Provinz Sabul töteten afghanische Soldaten Regierungsangaben zufolge am Sonntag 28 Taliban-Kämpfer, die einen Nachschubkonvoi für die ausländischen Truppen angegriffen hatten. Bei einem Bombenanschlag in der Provinz Kandahar wurden ebenfalls am Sonntag zehn Polizisten getötet. Wie die Behörden mitteilten, explodierte ein am Straßenrand gelegter Sprengsatz neben dem Fahrzeug der Polizisten.

Allein in diesem Jahr kamen nach Angaben von Hilfsorganisationen bei Kämpfen zwischen Taliban-Rebellen und Sicherheitskräften rund 2500 Menschen ums Leben, darunter etwa tausend Zivilisten.

 
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