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76 Zivilisten in Afghanistan laut Regierung getötet Drucken E-Mail
Friday, 22 August 2008
22.08.08 Kabul (AFP) — Bei einem Luftangriff US-geführter Truppen in Afghanistan sind nach Regierungsangaben dutzende Zivilisten ums Leben gekommen. Unter den insgesamt 76 Opfern im Westen des Landes seien vor allem Kinder und Frauen, teilte das afghanische Innenministerium in Kabul mit. Die US-geführten internationalen Truppen bestätigten einen Einsatz ihrer Flugzeuge im Bezirk Schindand in der Provinz Herat. Dabei seien jedoch keine Zivilisten getötet worden, sondern 30 Taliban. Das afghanische Verteidigungsministerium sprach zunächst von fünf zivilen Opfern und 25 getöteten Aufständischen.

Alle Opfer des Angriffs seien Zivilisten, die getöteten Kinder alle unter 15 Jahre alt, hieß es in einer Mitteilung des afghanischen Innenministeriums. Neben 19 Frauen und 50 Kindern seien auch sieben Männer unter den Getöteten. Zudem gebe es mehrere Verletzte, einige befänden sich in einem kritischen Zustand. Das Innenministerium bedauerte die hohe Zahl der zivilen Opfer bei diesem "nicht beabsichtigten Unfall". Eine zehnköpfige Delegation sei zur Untersuchung nach Schindand geschickt worden. Der Polizeichef Westafghanistans bestätigte die Zahl von 76 Opfern. Auch Taliban seien unter den Toten, ihre Zahl sei aber unbekannt, sagte er. Er sprach zudem von 15 zerstörten Häusern.

Die US-geführten Truppen erklärten, es seien 30 Aufständische bei Kämpfen und einem Luftangriff in Schindand getötet worden. Soldaten der afghanischen Armee und Koalitionstruppen seien zuvor in einen Hinterhalt geraten, als sie einen Taliban-Kommandeur festnehmen wollten. Der Talibanführer sei unter den Opfern, sagte ein Sprecher der Koalitionstruppen weiter. Zudem seien zwei Zivilisten verletzt worden. Weitere Berichte über getötete Zivilisten oder "friendly fire" habe er nicht, sagte der Militärsprecher.

Laut dem afghanischen Verteidigungsministerium wurden fünf Zivilisten bei den Kämpfen getötet, außerdem seien fünf Taliban festgenommen und Sprengstoff sichergestellt worden.

Dem Kampf der Koalitionstruppen gegen die Taliban fallen in Afghanistan immer wieder Zivilisten zum Opfer. Mitte August töteten die Koalitionstruppen nach eigenen Angaben acht Zivilisten bei einem Einsatz in der zentralafghanischen Provinz Urusgan. Im Juli wurden bei zwei Luftangriffen der internationalen Truppen insgesamt 64 Zivilisten getötet, die meisten von ihnen Frauen und Kinder, die Gäste einer Hochzeitsgesellschaft waren.

 
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