| Mehr als 90 Tote nach Luftangriffen in Afghanistan |
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| Dienstag, 26 August 2008 | |
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25.08.08 Kabul/Herat (AFP) — Nach dem Tod von vermutlich mehr als 90 Zivilisten bei Gefechten in Afghanistan sind zwei hochrangige Armeekommandeure entlassen worden. Präsident Hamid Karsai habe General Dschalandar Schah Behnam und den Kommandeur Abdul Dschabar wegen "Nachlässigkeit" und "Zurückhaltung von Informationen" entlassen, teilte das Präsidialamt in Kabul mit.
Nach Angaben einer Untersuchungskommission der afghanischen Regierung wurden die Zivilisten am Freitag bei einem US-geführten Luftangriff nahe dem Dorf Asisabad in der westafghanischen Provinz Herat getötet. Unter den mehr als 90 Todesopfern seien zahlreiche Frauen und Kinder. Die genaue Zahl der Todesopfer war am Wochenende lange unklar. Das Präsidialamt hatte zunächst bekannt gegeben, dass bei der "tragischen" und "unverantwortlichen" Militäraktion mindestens 89 Zivilisten getötet worden seien. Zuvor hatte die afghanische Regierung von 76 toten Zivilisten gesprochen. Die Koalitionstruppen bestätigten zwar den Einsatz im Bezirk Schindand, sprachen aber von 30 getöteten Taliban. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben war zunächst nicht möglich. Die Region gilt als gefährlich, da sie eine Hochburg der radikalislamischen Taliban und anderer Rebellen ist. General Dschalandar Schah Behnam befehligte die afghanischen Truppen in Westafghanistan. Die Berichte über den Tod der Zivilisten sorgten in Afghanistan für Entrüstung. Rund 250 wütende Bewohner protestieren am Samstag nahe Asisabad gegen die ausländischen Truppen. Afghanische Soldaten seien mit Steinen beworfen worden und hätten in die Luft schießen müssen, um die Demonstranten auseinanderzutreiben, sagte der Kommandeur der Polizeikräfte in der Region, Akramuddin Jawer. Wie ein AFP-Reporter berichtete, zündeten die Demonstranten ein Polizeiauto sowie einen Kontrollposten an und blockierten für mehrere Stunden die Hauptstraße nach Herat. Karsai warf den internationalen Truppen in einer Erklärung mangelnde Absprache mit den örtlichen Behörden vor. Karsai hatte die von den USA geführten Truppen in der Vergangenheit mehrfach aufgefordert, bei Einsätzen den Tod von Zivilisten zu vermeiden. Diese Anstrengungen seien bisher nicht von Erfolg gekrönt gewesen, teilte er in der Erklärung weiter mit. Die multinationalen Truppen leiteten eine Untersuchung ein. "Alle Anschuldigungen zum Tod von Zivilisten werden sehr ernst genommen", hieß es in einer Erklärung vom US-Hauptmilitärstützpunkt in Bagram nördlich von Kabul. |
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