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Konzept für Afghanistan völig unklar Drucken E-Mail
Thursday, 28 August 2008

28.08.08 Kommenar - Kein Wunder, dass sich die Soldaten von der Politik allein gelassen fühlen - und von der Stange gehen. Die Politiker sind gefordert, deutlich zu sagen, was deutsche Soldaten in Afghanistan sollen.

Medienberichten zufolge laufen der Bundeswehr wegen des gefährlichen Einsatzes in Afghanistan die Bewerber und Führungskräfte weg. Viele aktive Soldaten fühlen sich von der deutschen Politik im Stich gelassen, heißt es aus Bundeswehr-Kreisen. Weder die Regierung noch die Parlamentarier unterstützen die bald 4500 Bundeswehr-Soldaten in adäquater Weise, klagen andere. Der Sinn und Unsinn des Afghanistan-Einsatzes werde der Bevölkerung überhaupt nicht vermittelt, entsprechend unbeliebt ist das Mandat am Hindukusch bei den Deutschen.

Es kommt sogar noch schlimmer: Aus Angst vor der eigenen Bevölkerung wird versucht, die politische Diskussion um Afghanistan systematisch zu unterdrücken. Da wird der Zeitpunkt über die Mandatsaufstockung schon mal so gelegt, dass die Diskussion um Afghanistan bloß nicht in die heiße Phase des Bundestagswahlkampfs im kommenden Jahr fällt. Argumentativ will offenbar kaum noch jemand in Bresche springen.

Diejenigen, die unter dieser Politik leiden, sind die Soldaten, die Deutschland in das zentralasiatische Land schickt. Neben mangelnder Ausrüstung und vergleichsweise schlechter Bezahlung, kommt jetzt auch noch der Tod hinzu. Auch im Norden des Landes wächst der Druck der Taliban und anderer "opposing military forces", die durch eine geschickte Guerilla-Taktik versuchen, die Truppen und Gesellschaften des Westens zu demoralisieren.

Es ist deshalb überhaupt kein Wunder, warum die deutschen Soldaten unter diesen Umständen von der Stange gehen.

Was fehlt, ist ein durchgehend gut begründetes Konzept der Politik: Nicht nur die Bundesregierung und der Verteidigungsminister, sondern auch die Parlamentarier sind aufgefordert, in ihren eigenen Reihen und gegenüber der Bevölkerung zu klären, was wir in Afghanistan wollen und welche Opfer wir bringen wollen. Oft zitierte, mittlerweile hohle Phrasen, wie: "Deutschland wird am Hindukusch verteidigt" versteht sieben Jahre nach 9/11 keiner mehr.

Quelle:FTD.de 

 
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