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Wehrbeauftragter: Afghanistan-Sicherheitskonzept prüfen Drucken E-Mail
Thursday, 28 August 2008
28.08.08 - Düsseldorf (AFP) — Nach dem jüngsten tödlichen Anschlag auf Bundeswehrsoldaten in Afghanistan hat der Wehrbeauftragte des Bundestags, Reinhold Robbe (SPD), eine Überprüfung des Sicherheitskonzepts gefordert. Zwar seien die Bundeswehrsoldaten in Afghanistan gut ausgestattet. Ausrüstung und Sicherheitskonzept müssten jedoch "immer wieder neu auf den Prüfstand gestellt werden", sagte Robbe der "Passauer Neuen Presse". Die Bundeswehr wies unterdessen Berichte über angebliche Personalprobleme zurück.

"Nach jedem Anschlag muss genau untersucht werden, ob die Sicherheitslage noch verbessert werden kann", sagte Robbe. Am Mittwoch waren bei einem Anschlag auf eine Bundeswehrpatrouille bei Kundus ein deutscher Soldat getötet und drei weitere verletzt worden. Verlässliche Hinweise, dass die deutschen Truppen verstärkt Ziel von Anschlägen seien, gebe es nicht, sagte Robbe. "Nach allem, was wir wissen, muss derzeit davon ausgegangen werden, dass es sich hier um eine Tat der Taliban handelt."

Die Radikalislamisten hatten sich laut "Spiegel Online" zu dem Attentat bekannt. Die für den Herbst geplante Aufstockung des deutschen Afghanistan-Kontigents auf 4000 Soldaten nannte Robbe "notwendig und ausreichend".

Die "Rheinische Post" berichtet, dass die Bundeswehr wegen des Afghanistan-Einsatzes zunehmend Personalprobleme bekomme. Immer häufiger werde in letzter Zeit der Afghanistan-Einsatz als Begründung für den vorzeitigen Abschied von der Bundeswehr genannt, berichtet das Blatt unter Berufung auf Offizierskreise. Vor allem qualifiziertes Flugpersonal ziehe nach langen und anstrengenden Afghanistan-Einsätzen lukrative Angebote ziviler Airlines vor. Luftwaffeninspekteur Generalleutnant Klaus-Peter Stieglitz sei wegen des Aderlasses bei seinen Piloten bereits bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vorstellig geworden.

Es gebe keine Sorge über die Bewerberlage, sagte dagegen ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Er räumte zwar ein, dass die Zahl der Bewerber für eine Offizierslaufbahn in den ersten sechs Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16 Prozent und bei Unteroffizieren und Mannschaften um elf Prozent zurückgegangen sei. Dies bewege sich aber im Bereich der üblichen Schwankungsbreiten.

Der Sprecher bestätigte die Angaben der "Rheinischen Post", wonach rund zehn Prozent der Offiziersanwärter ihre Laufbahn abbrechen. Diese Zahl sei aber mit geringen Schwankungen seit Jahren konstant.

 
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