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Erneut Anschlag auf Bundeswehr in Afghanistan Drucken E-Mail
Tuesday, 23 September 2008

23.09.2008 Berlin (AFP) — Im Norden Afghanistans sind erneut Soldaten der Bundeswehr angegriffen worden. Bei einem am Morgen verübten Selbstmordattentat nahe Kundus seien deutsche Soldaten aber nicht verletzt worden, sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums in Berlin. Den Angaben zufolge steuerte der Attentäter ein Fahrzeug auf eine deutsche Patrouille zu und sprengte sich in die Luft. Die radikalislamischen Taliban bekannten sich zu dem Anschlag.

Die Bundeswehrsoldaten befanden sich zum Zeitpunkt des Angriffs rund zwei Kilometer von ihrem Feldlager in Kundus entfernt. Zwei Fahrzeuge seien leicht beschädigt worden, sagte ein Beschäftigter der deutschen Basis in Kundus. Das Verteidigungsministerium bestätigte dies. Er ermittelte nach eigenen Angaben noch die genauen Umstände des Anschlags.

Ein Mudschaheddin namens Nasrullah habe das Attentat ausgeführt, sagte Talibansprecher Sabihullah Mudschahed. Er sprach von zehn getöteten NATO-Soldaten. Die Taliban bekannten sich ebenfalls zu einem Anschlag auf einen Bezirksgouverneur und einen Polizeichef im Süden Afghanistans. Beide wurden bei dem Anschlag auf einer Straße in Registan getötet, wie die Polizei mitteilte. Vier ihrer Leibwächter seien verletzt worden.

In den vergangenen Wochen waren die Bundeswehrsoldaten in Afghanistan wiederholt das Ziel von Angriffen. Ende August war ein deutscher Soldat bei einem Anschlag auf eine Patrouille in der Nähe des Bundeswehrlagers in Kundus ums Leben gekommen. Drei weitere Soldaten wurden bei dem Angriff verletzt. Im März waren bei einem Attentat auf ein Wiederaufbauteam in der Nähe der Stadt Kundus zwei deutsche Soldaten schwer und ein weiterer leicht verletzt worden.

Im Norden Afghanistans sind derzeit 3500 deutsche Soldaten im Rahmen der NATO-geführten Truppe ISAF stationiert, die meisten von ihnen in Masar-i-Scharif. Am 1. Juli übernahm Deutschland von Norwegen die rund 200 Mann starke Schnelle Eingreiftruppe, die bei besonders kritischen Situationen eingesetzt werden soll.

 
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