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Unmut in Bundeswehr über Umgang mit Afghanistan-Soldaten Drucken E-Mail
Monday, 29 September 2008
28.09.2008 Berlin (AFP) — In der Bundeswehr herrscht nach Angaben des Wehrbeauftragten Reinhold Robbe (SPD) Unmut darüber, dass ein Soldat, der in Afghanistan Zivilisten getötet haben soll, seinen Anwalt selbst bezahlen muss. Die Soldaten seien "enttäuscht, fassungslos und wütend", schreibt Robbe in einem Gastbeitrag für "Bild am Sonntag". Er sei bei seinen Truppenbesuchen in den vergangenen Tagen immer wieder auf den Fall angesprochen worden. Die Soldaten "können und wollen nicht hinnehmen, dass ihr Dienstherr sie 'im Regen stehen lässt'".

Gegen den Feldwebel wird wegen Verdachts auf Totschlag ermittelt, weil er an einer Straßensperre nahe der nordafghanischen Stadt Kundus zunächst Warnschüsse abgefeuert und dann auf ein Auto gezielt haben soll. Dabei wurden Ende August drei Zivilisten, eine Frau und zwei Kinder, getötet.

Robbe forderte eine besondere Berücksichtigung der Umstände eines Kampfeinsatzes. "Die betroffenen Soldaten können es nicht akzeptieren, wenn im Auslandseinsatz - erst recht im Kampfeinsatz - grundsätzlich dieselben Maßstäbe wie in München, Hamburg oder Frankfurt angelegt werden." Er fügte hinzu: "Wer - wie unsere Soldatinnen und Soldaten - den schweren und gefährlichen Auftrag in Zentralasien erfüllt, muss den Rücken frei haben und ist auf Dankbarkeit und Respekt unserer Gesellschaft angewiesen."

 
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