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US-Armee räumt Tod von 33 Zivilisten in Afghanistan ein Drucken E-Mail
Monday, 13 October 2008
09.10.08 Washington/Kabul (AFP) — Die US-Streitkräfte haben die Tötung von mindestens 33 Zivilisten bei einem Luftangriff im Westen Afghanistans vor gut sechs Wochen eingestanden. Die Armeeführung veröffentlichte in Washington die Ergebnisse einer Untersuchung, nach der bei dem Angriff auf den Ort Asisabad in der westafghanischen Provinz Herat am 22. August außerdem etwa 22 Aufständische ums Leben kamen. In Budapest wollten die NATO-Verteidigungsminister über Strategien im Kampf gegen den Drogenanbau in Afghanistan beraten.

Der Tod der Zivilisten hatte in Afghanistan für helle Empörung gesorgt. Die afghanischen Behörden und die UNO gaben die Zahl der getöteten Zivilisten anfänglich mit 90 an, die US-Armee sprach von "fünf bis sieben" zivilen Opfern. Die US-Ermittler identifizierten nun mit Hilfe von Videoaufnahmen von der Beerdigung am Tag nach dem Angriff unter den getöteten Zivilisten acht Männer, drei Frauen und zwölf Kinder.

Die Koalitionstruppen hätten aber nicht gegen Kriegsrecht verstoßen, sagte Brigadegeneral Michael Callan. Callan, der die Untersuchung leitete, sagte, die US-geführten Koalitionstruppen hätten "auf der Grundlage glaubhafter Geheimdienstinformationen, in Selbstverteidigung und im Einklang mit dem Kriegsrecht" gehandelt.

Der Leiter des Zentralkommandos des US-Militärs, Martin Dempsey, zeigte sich in einer Erklärung "zutiefst betroffen" über die zivilen Opfer. Allerdings würden die Aufständischen systematisch unschuldige Menschen als Schutzschilde missbrauchen. Im September hatte die afghanische Polizei drei Männer festgenommen, welche die internationalen Truppen mit Fehlinformationen irregeleitet und so den Luftangriff provoziert haben sollen.

Nach Angaben der US-Truppen wurden am Mittwoch in der Provinz Urusgan ein Dutzend Aufständische getötet, als eine Patrouille angegriffen wurde. Dorfbewohner sprachen hingen von zehn getöteten Zivilisten, die in der Nähe ihrer Siedlung ums Leben kamen. Eine Stellungnahme der afghanischen Behörden lag zunächst nicht vor.

Der afghanische Verteidigungsminister Abdul Rahim Wardak sowie der Oberbefehlshaber der NATO in Europa, John Craddock, wollen bei dem informellen NATO-Rat in Budapest ein stärkeres Engagement der Internationalen Afghanistan-Truppe ISAF gegen den Drogenanbau einfordern. Sie werden dabei nach Diplomatenangaben von den USA, Großbritannien und den Niederlanden unterstützt. Deutschland, Italien und Spanien sehen den Vorstoß hingegen mit großer Skepsis.

 
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