| US-General fordert mehr Truppen in Afghanistan |
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| Monday, 13 October 2008 | |
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12.10.08 Kabul (dpa) - Der Kommandeur der Internationalen Schutztruppe ISAF, US-General David McKiernan, hat von den NATO-Staaten erneut eine Aufstockung ihrer Truppen in dem Land gefordert. «Wir haben zu wenig Soldaten, um angemessen für die Sicherheit des afghanischen Volkes sorgen zu können.»
Das sagte McKiernan am Sonntag in Kabul. Gleichzeitig schloss er eine Niederlage des Bündnisses aus. «Daran glaube ich nicht», so der US-General. Erst vor einer Woche hatte der ranghöchste britische Befehlshaber in Afghanistan, Luftwaffen-Brigadier Mark Carleton-Smith, erklärt, die Öffentlichkeit sollte keinen «entscheidenden militärischen Sieg» erwarten. Derzeit sind etwa 70 000 ausländische Soldaten in Afghanistan stationiert. Bei schweren Gefechten zwischen radikal-islamischen Taliban und Sicherheitskräften sind im Süden Afghanistans unterdessen mehr als 100 Aufständische ums Leben gekommen. Wie die Regierung der Provinz Helmand mitteilte, attackierten Taliban in der Nacht zum Sonntag Polizeiposten nahe der Hauptstadt Lashkargah. Afghanische Soldaten hätten das Feuer erwidert und mindestens 62 Aufständische getötet. Auch Flugzeuge der NATO-geführten ISAF seien zum Einsatz gekommen. Nach ISAF-Angaben wurde ein «Großangriff» der Taliban verhindert. Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat angesichts der sich verschärfenden Sicherheitslage im Land unterdessen den Posten des Innenministers neu besetzt. Wie das Präsidialamt am Samstag in Kabul mitteilte, übernimmt Erziehungsminister Mohammed Hanif Atmara den Posten des bisherigen Amtsinhabers Sarar Ahmed Mokbel. Dieser hatte das Innenressort seit der Regierungsbildung Ende 2004 geleitet. Hintergrund ist die als ungenügend kritisierte Reform der Polizei, die weithin als korrupt und wenig effektiv gilt. In Afghanistan sind rund 80 000 Polizisten im Einsatz. Anders als die afghanischen Streitkräfte tun sie auch in den entlegensten Gebieten Dienst und sind deshalb häufig Angriffen der Taliban ausgesetzt. Allein in diesem Jahr wurden schon mehr als 750 Polizisten getötet. Im Zuge der Kabinettsumbildung wurden auch neue Minister für die Ressorts Erziehung, Landwirtschaft und Parlamentsangelegenheiten ernannt. In Helmand starben nach Regierungsangaben weitere 40 Aufständische bei einer gemeinsamen mehrtägigen Militäroperation von afghanischen Truppen und ISAF-Soldaten. In der Nachbarprovinz Kandahar sowie im zentralafghanischen Ghasni seien mindestens neun Aufständische getötet worden, teilten die US-geführten Koalitionstruppen am Samstag mit. Über Opfer aufseiten der Sicherheitskräfte bei den Gefechten wurde nichts bekannt. Afghanistans Süden gilt als Taliban-Hochburg. Bei einem neuen mutmaßlichen US-Luftangriff auf ein Gebäude in den pakistanischen Stammesgebieten wurden indessen mindestens fünf Menschen getötet. Wie die Sicherheitskräfte am Sonntag mitteilten, wurden vier weitere Menschen verletzt, als am Vorabend von zwei US-Drohnen abgefeuerte Raketen ein Haus in Nord-Waziristan zerstörten. Den Angaben zufolge soll das Gebäude von radikal-islamischen Extremisten genutzt worden sein. Es war bereits der zweite Raketenangriff in Nord-Waziristan binnen drei Tagen. Erst am Donnerstag waren dort sieben Menschen ums Leben gekommen. Die Stammesgebiete an der Grenze zu Afghanistan gelten als Hochburg islamischer Extremisten sowie als Rückzugsraum für im Nachbarland aktive Taliban-Kämpfer und El-Kaida-Terroristen. In den vergangenen Wochen haben US-Truppen ungeachtet des heftigen Protestes der Regierung in Islamabad wiederholt von Afghanistan aus vermutete Verstecke der Aufständische in Pakistan angegriffen. |
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