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Merkel erwartet von Nato-Allianz neue Strategie Drucken E-Mail
Wednesday, 12 November 2008
Berlin, 11. November 2008 - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dazu aufgerufen, für die Nato ein neues strategisches Konzept zu formulieren. Es gehe darum, ein Bild von den künftigen Aufgaben des nordatlantischen Bündnisses zu entwerfen, sagte die CDU-Politikerin am Montag auf einer Veranstaltung der Deutsch-Atlantischen Gesellschaft in Berlin. Darum müsse beim Gipfel zum 60. Jahrestag der Gründung der Nato im April 2009 in Straßburg und Baden-Baden ein Konzept in Auftrag gegeben werden, der die künftigen Herausforderungen umreiße.

Neben dem Schutz des Territoriums der Nato-Mitglieder benannte Merkel die Herausforderungen durch den internationalen Terrorismus und die Gefahr, die von Staaten ausgehe, "die zu zerfallen drohen". Die Nato müsse "klären: wie gehen wir damit um", so die Kanzlerin. Die Nato dürfe ihre Aufgaben daher nicht nur militärisch verstehen, sondern müsse sich in einem umfassenden Sinn "begreifen als Garant für unsere kollektive Sicherheit", sagte Merkel. Der zivile Wiederaufbau etwa in Afghanistan und die Herstellung von Sicherheit bedingten einander.

Merkel bezeichnete Afghanistan als eine zentrale Herausforderung für die Nato. Zugleich sprach sie sich gegen eine Befristung des militärischen wie zivilen Einsatzes dort aus. Die Perspektive des dortigen Engagements richte sich "nicht nach Jahren, sondern nach dem Erreichen des Ziels", die Verantwortung für die Herstellung von Sicherheit dem afghanischen Staat zu übergeben. Merkel räumte ein, dass das Ziel einer "hinreichenden Stabilisierung Afghanistans noch nicht erreicht" worden sei.

Die Kanzlerin versicherte in Anwesenheit von Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer, Deutschland werde weiterhin Verantwortung tragen und sei bereit, bei der Luftüberwachung "noch einen Schritt weiter" zu gehen. Damit signalisierte sie Zustimmung zu dem an Deutschlands herangetragenen Wunsch einer Beteiligung am Awacs-Einsatz. 

Quelle: welt.de

 
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