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USA–Afghanistan: Obama für Gespräche mit Taliban und Iran Drucken E-Mail
Wednesday, 12 November 2008
11.11.2008 - Der künftige US-Präsident tritt für eine neue Afghanistan-Strategie ein.

WASHINGTON (vier). Noch hat Barack Obama nicht einmal seinen Außenminister ernannt, da hoffen im Ausland viele schon auf einen dramatischen außenpolitischen Kurswechsel des künftigen US-Präsidenten. Die Wahl Obamas hatte Avancen internationaler Parias wie des Iran oder der radikalen Palästinenser-Organisation Hamas geweckt.

Laut „Washington Post“ steht zunächst die Afghanistan-Politik der USA auf dem Prüfstand. Obama-Berater plädieren für eine neue Strategie. Sie sprechen sich einerseits für eine Verstärkung der Truppen und eine Verschärfung der Jagd nach Osama bin Laden aus. Zum anderen tendieren sie zu Verhandlungen mit den gemäßigten Taliban und dem Iran, dem westlichen Nachbarn.

 

Druck auf Alliierte

Bereits im Wahlkampf hatte Obama einen Strategiewechsel angedeutet. Die Konzentration auf den Irak-Krieg ziehe Kräfte für den Wiederaufbau Afghanistans ab, argumentierte Obama. Er forderte die Erhöhung des Truppenkontingents am Hindukusch. Im Gegenzug trat er für einen US-Rückzug aus dem Irak innerhalb von 16 Monaten ein – eine Option, die inzwischen allgemein als unrealistisch angesehen wird.

Innerhalb des Pentagon und der Nato stärkte Obama indessen die Kritiker der westlichen Alliierten, die sich – wie Deutschland – bisher standhaft weigern, ihre Soldaten in den umkämpften Süden Afghanistans zu schicken. Unter der Präsidentschaft Obamas dürfte der Druck auf die Verbündeten erheblich steigen, ihre Kapazitäten in Afghanistan auszuweiten – auch vor dem Hintergrund der höchst strapazierten Finanzlage in den USA. Ein brüsker Vorstoß des US-Verteidigungsministers Robert Gates hatte im Frühjahr noch Empörung in Europa hervorgerufen. Auch die Unterstützung des afghanischen Präsidenten Hamid Karzai scheint nicht mehr unantastbar.

Quelle: diepresse.com

 
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