| Geldzahlungen sollen Afghanistan Frieden bringen |
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| Freitag, 28 November 2008 | |
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25.11.08 - Die Nato Schutztruppe, die Uno und die afghanische Regierung wollen mit einer neuen Strategie verhindern, dass weitere Bezirke des Landes in die Hände der Taliban fallen: Sie wollen die Loyalität von Stammesführern erkaufen.
Herzstück des neuen Ansatzes ist der Versuch, lokale Stammesführer durch Geldzahlungen dazu zu bewegen, sich gegen die Islamisten zu wenden und deren Erstarken in ihrem Gebiet zu verhindern. Die neue Strategie ist vor allem für die US-Kommandeure ein Kurswechsel. Sie hatten sich noch vor einigen Monaten dagegen gesperrt, die traditionellen lokalen Machtstrukturen in Afghanistan zu nutzen, um die ausufernde Gewalt im Land einzudämmen. Nun sind die USA offenbar bereit, in Afghanistan eine Strategie zu versuchen, die bereits im Irak mit großem Erfolg umgesetzt worden ist. Dort wurden in den sunnitischen Gebieten - den Hochburgen des Widerstands - lokale Stammesführer dafür bezahlt, Milizen aufzustellen, die an der Seite der US-Truppen gegen Al-Kaida-Terroristen und Guerillagruppen vorgingen. Eines der großen Probleme in Afghanistan ist, dass die Zentralregierung in Kabul in vielen ländlichen Gebieten praktisch keine Macht hat. Ziel ist nun, die dort herrschenden Lokalfürsten auf die Seite der Isaf zu ziehen. Bei einem von der afghanischen Regierung betriebenen Pilotprojekt für die Provinz Wardak im Süden Kabuls werden dabei den Stammesführern monatlich 200 $ bezahlt. Einzige Anforderung an sie ist, dass sie lokale Stammesräte bilden und Informationen über die Taliban an die Isaf und nach Kabul weitergeben. Im Gegenzug verpflichtet sich die Regierung, Korruption zu bekämpfen. Allerdings ist die neue Strategie nicht unumstritten. So gibt es die Sorge, dass es bei der Auswahl der Stammesführer, die Geld bekommen sollen, zu Missbrauch kommen könnte. Kritiker des Plans bezweifeln, dass die Sicherheit in Wardak sich durch das Pilotprojekt verbessert hat. Zudem befürchten sie, die Zentralregierung in Kabul könnte die Zahlungen nutzen, um die Unterstützung lokaler Führer für die Wiederwahl von Präsident Hamid Karsai zu erkaufen. Der Nato-Oberbefehlshaber Bantz Craddock sagte am Montag, die Isaf müsse um vier weitere Kampfbrigaden - rund 20.000 Mann - aufgestockt werden, um der Taliban Herr werden zu können. Die USA werden im Januar eine weitere Brigade nach Afghanistan schicken. Quelle: FTD.de
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