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Nato-Chef übt scharfe Kritik an Regierung Drucken E-Mail
Sunday, 18 January 2009

18.01.2009 Washington (RPO) - Klare Worte aus dem Nato-Hauptquartier: Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer hat ungewöhnlich scharfe Kritik an der afghanischen Regierung geäußert. In einem Gastbeitrag in der "Washington Post" vom Sonntag warf er der Führung des Landes Korruption und schlechte Regierungsführung vor.

Die Regierung sei genauso verantwortlich für die schlechte Lage im Land wie die radikalislamischen Taliban, urteilte De Hoop Scheffer. "Das Grundproblem in Afghanistan sind nicht so sehr die Taliban, es ist ein Mangel an guter Regierungsführung", schrieb der NATO-Generalaskretär. "Das afghanische Volk braucht eine Regierung, die seine Loyalität und sein Vertrauen verdient. Wenn es das bekommt, wird dem Aufstand der Sauerstoff ausgehen."

De Hoop Scheffer appellierte an die internationale Gemeinschaft, mehr Druck auf die afghanische Regierung auszuüben. "Wir haben genug bezahlt, in Form von Blut und Geld, um die afghanische Regierung aufzufordern, konkreter und entschiedener gegen Korruption vorzugehen und die Effizienz zu steigern, auch wenn das schwierige politische Entscheidungen erfordert", schrieb der Nato-Chef.

In Afghanistan sind zwischen 60.000 und 70.000 ausländische Soldaten stationiert. Davon unterstehen rund 51.000 Soldaten aus fast 40 Staaten dem Kommando der Nato. Der künftige US-Präsident Barack Obama will die Zahl der US-Soldaten in Afghanistan deutlich aufstocken. Bereits in den kommenden Wochen sollen 20.000 bis 30. 000 zusätzliche Soldaten am Hindukusch stationiert werden.

 
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