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Isaf fordert mehr Einsätze der Bundeswehr gegen Taliban Drucken E-Mail
Tuesday, 04 August 2009
Berlin/Herat (Reuters) 03.08.09 - Der Chef der internationalen Schutztruppe in Afghanistan, Stanley McChrystal, verlangt von der Bundeswehr mehr Einsätze gegen die radikal-islamischen Taliban.

Er sei besorgt über die Lage im Raum Kundus, sagte der Isaf-General "Spiegel Online". Die Islamisten wollten im Norden eine Enklave aufbauen und würden dabei aus ihren Hochburgen im Süden unterstützt. Bei einem Anschlag am Montag in Herat, einer vergleichsweise ruhigen Stadt an der Grenze zum Iran, wurden mindestens zwölf Menschen getötet. Die Taliban bekannten sich zu dem Angriff. Sie wollen die Präsidentenwahl am 20. August verhindern.

Das Einsatzgebiet der Bundeswehr in Nordafghanistan habe mittlerweile die volle Aufmerksamkeit der internationalen Truppe, sagte McChrystal dem Online-Magazin. Konkret müssten Bundeswehr und einheimische Soldaten weitere Einsätze wie die in den vergangenen Wochen unternehmen. "Es gab sicherlich einige Erfolge bei dieser Operation", sagte er. "Aber wir dürfen nicht vergessen, dass eine einzelne Mission niemals dauerhafte Effekte erzielen wird." Die Bundeswehr hatte vor zwei Wochen gemeinsam mit afghanischen Sicherheitskräften eine Offensive in der Region begonnen, um die Taliban zurückzudrängen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums waren dabei rund 300 deutsche Soldaten im Einsatz.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte die Bundeswehr auf, auch bei Auslandseinsätzen strikt die Grundrechte des Grundgesetzes zu respektieren. In Afghanistan sei nicht gesichert, dass die von deutschen Soldaten Festgenommenen in den einheimischen Gefängnissen nicht gefoltert würden, sagte die neue Generalsekretärin der Organisation in Deutschland, Monika Lüke, der "Berliner Zeitung". Solange diese Gefahr bestehe, sei es unzulässig, dass die Bundeswehr die Festgenommenen der afghanischen Polizei oder Justiz übergebe.

Die Gewalt in Afghanistan ist auf dem höchsten Stand seit dem Sturz der Taliban Ende 2001 gestiegen. Entsprechend der neuen Strategie von US-Präsident Barack Obama greifen amerikanische und britische Truppen die Taliban in ihren Hochburgen im Süden des Landes an. Dort liegt auch der Schwerpunkt des Opium-Anbaus, mit dem der Aufstand der Islamisten teilweise finanziert wird. Die Zahl der getöteten ausländischen Soldaten erreichte im Juli einen Rekord.

In Herat starben am Montag nach offiziellen Angaben bei der Fernzündung einer Bombe am Straßenrand mindestens zwölf Menschen, darunter ein Kind. Ein Taliban-Sprecher sagte, der Anschlag habe dem Distrikt-Polizeichef Chodscha Issa gegolten. Dieser wurde nach offiziellen Angaben schwer verletzt. Die Taliban haben vor der Wahl ihre Angriffe verstärkt. In der Provinz Ghasni südöstlich von Kabul warnen sie auf Plakaten in Moscheen und an Wänden davor, am Wahltag und einen Tag zuvor aus dem Haus zu gehen. "Um diesen illegitimen Prozess zum Scheitern zu bringen, werden Kämpfer intensiv Wahlbüros angreifen", hieß es.

 
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