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Eine Abschiebung, die den Tod bedeuten kann Drucken E-Mail
Monday, 20 November 2006

Eine Podiumsdiskussion wird an der Erich Kästner-Gesamtschule vorbereitet:

„Ramin und seine Familie dürfen nicht nach Afghanistan abgeschoben werden!“

Für das Podium eingeladen sind:

  • Herr Senator Nagel
  • ein Vertreter der Ausländerbehörde
  • Herr Fuchs (Bezirksamtsleiter von Wandsbek, CDU)
  • Herr Runde (SPD-Bundestags-
    abgeordneter)
  • Herr Shirdel (Vertreter vom Netzwerk Afghanistan)
  • ein Vertreter von Café Exil
  • ein Elternratvertreter
  • ein Mitglied der Schülervertretung an der Erich Kästner-Gesamtschule


Zeit:
Dienstag, 21. 11. 2006, um 19 Uhr
Ort: Forum der Erich Kästner-Gesamtschule, Hermelinweg 10, Farmsen.
Verkehrsverbindung: U-Bahn Farmsen, Fußweg von 10 min.  entlang der Bahn.

Afghanistan, ein Land mit Menschenrechtsverletzungen, Gewalttaten gegen Frauen, Ehrenmorden, Selbstmordanschlägen, einem ineffektivem Strafrechtssystem - und ein Land, in das Menschen aus Deutschland abgeschoben werden. So auch die Familie Sadiki aus Hamburg. Sie kamen vor knapp 6 Jahren als Flüchtlinge nach Hamburg und erbauten sich hier eine neue Heimat. Inzwischen haben sie drei Kinder, zwei Söhne und eine Tochter. Die Kinder, zwischen 3 und 11 Jahren, wuchsen zum größten Teil hier in Deutschland auf und können die afghanische Sprache weder richtig sprechen noch schreiben. Herr Sadiki befand sich in Afghanistan in einem schweren Konflikt mit den Mudjhahedin, den Taliban und der Politik. Nachdem Herr Sadiki 6 Monate im Gefängnis saß, erkannte er, dass er und seine Familie dort keine sichere Zukunft mehr hatten und floh so aus seiner damaligen Heimat nach Deutschland. Wenn diese Familie nun abgeschoben werden würde, käme eine unzumutbare Lebenssituation auf sie zu!

Afghanistan befindet sich immer noch im Kriegszustand und alleine in diesem Jahr wurden etwa 1800 Menschen bei Auseinandersetzungen getötet. Zusätzlich gab es 204 Angriffe auf Lehrer, Schüler und Schulen. 100 000 afghanische Flüchtlinge kehrten unter Druck der iranischen und pakistanischen Behörden 2005 wieder in ihre Heimat zurück. Daraufhin erklärte der Minister für Flüchtlinge und Rückführung, dass 40 Prozent aller Flüchtlinge sich in einer schutzlosen und kritischen Lage befänden.
Das Auswärtige Amt warnt dringend vor Reisen nach Afghanistan und warnt zusätzlich vor terroristischen Anschlägen.

Und nun will eine Stadt wie Hamburg, welche sich als Tor zur Welt bezeichnet, eine Familie mit Frau und Kindern in solche Lebensbedingungen schicken. Dieser Entschluss ist weder human noch akzeptabel! Spricht Deutschland doch immer von besserer Integration und Ausländerfreundlichkeit, wird hier eine Familie abgeschoben, die unter diesen Umständen besser nicht nach Deutschland gekommen wäre. Ist es nun also vertretbar von Seiten der Regierung und von uns deutschen Mitbürgern, eine Familie in ein Land abzuschieben, das ihren Tod bedeuten kann?

So fordern wir die Ausländerbehörde auf, die Abschiebungsbeschlüsse noch einmal zu überdenken und insbesondere der Familie Sadiki eine unbegrenzte Aufenthaltserlaubnis auszusprechen. Und auch die deutsche Bevölkerung sollte sich einmal überlegen, ob sie sich in einer solchen Lebenssituation wiederfinden möchte. Helfen auch Sie den Familien, die in ihrem Umkreis von der Abschiebung bedroht sind.
 
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