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Jahresrückblick 2007 Drucken E-Mail
Monday, 14 January 2008

PRO ASYL: Kein gutes Jahr für den Flüchtlingsschutz in Europa

Das Jahr 2007 war erneut ein Jahr, in dem viele Flüchtlinge nicht den
Schutz erhalten haben, den sie brauchen. Deutschland und die EU nehmen
immer weniger Asylsuchende auf und versuchen, sich der Flüchtlinge zu
entledigen. Dieses Fazit zieht im Rückblick die bundesweite
Arbeitsgemeinschaft PRO ASYL.

Tausende von Menschen sind im Jahr 2007 an den maritimen Außengrenzen
der EU gestorben, viele von ihnen ertrunken beim Versuch, die
Kanarischen Inseln, Italien und insbesondere die griechischen Inseln zu
erreichen. Ein Bericht von PRO ASYL hat belegt, wie Flüchtlinge, die in
Griechenland Schutz suchen, Opfer schwerer Menschenrechtsverletzungen
werden. Wem es gelingt, das Territorium eines EU-Staates zu erreichen,
der kann noch lange nicht mit einer fairen Prüfung seines Asylgesuches
rechnen.

Konfrontiert mit der seit langem größten Flüchtlingskrise vor den Toren
Europas, dem Exodus von über zwei Millionen Menschen aus dem Irak,
zeigen die EU-Staaten keinen ernsthaften Willen, ihren Beitrag zur
Aufnahme wenigstens eines Teils der Schutzbedürftigen zu leisten. Die
größer gewordene EU mit ihren fast 500 Millionen Einwohnern hat mit der
Erweiterung des Schengenraumes mehr Freizügigkeit im Innern geschaffen
und gleichzeitig ihre Festungsmauern weiter nach außen verlegt und erhöht.

Nur wenigen Schutzsuchenden gelingt es, nach Deutschland zu gelangen und
im Asylverfahren anerkannt zu werden. Bei einer extrem niedrigen Zahl
von Neuantragstellern führen schon wenige Anerkennungen zum einem
nennenswerten Anstieg der Schutzquote. So kann Deutschland weiterhin
behaupten, hierzulande würden Flüchtlinge geschützt.

 
Bernd Mesovic

Referent

Einen schlaglichtartigen Jahresrückblick finden Sie unter
http://www.proasyl.de/de/presse/index.html

 
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